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9. Berliner Tierschutzforum: Die Jagd – eine kritisch-ökologische Sicht

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Vortrag von Prof. Josef Reichholf: Die Jagd – eine kritisch-ökologische Sicht

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Liebe Tierschutzinteressierte,

am 13. September halten wir das 9. Berliner Online-Tierschutzforum ab.

Das Berliner Tierschutzforum findet seit März 2021 regelmäßig, mindestens alle vier Wochen, online statt. Wir laden jedes Mal eine/n oder mehrere Expert*innen ein, die über ein bestimmtes Tierschutzthema referieren, inkl. anschließender Fragerunde und Diskussion.

Am Montag, den 13. September um 19 Uhr wird Herr Professor Josef Reichholf einen kritischen Vortrag über das Thema Jagd halten.

Abstract: Millionen Tiere werden Jahr für Jahr in Deutschland geschossen. Ist die Jagd auf „Wildtiere“ wirklich notwendig, oder werden Notwendigkeiten vorgeschoben, die so gar nicht existieren? Nehmen Wildbiologen, die selbst jagen, eine wissenschaftlich hinreichend objektive Haltung ein, wenn sie über die Folgen der Bejagung auf die davon betroffenen Tierarten und für die Natur urteilen? Kritische Hinterfragungen der jagdlichen Ziele und Begründungen sind notwendig, wie die Beispiele im Vortrag zeigen werden. So nehmen deutschlandweit die Bestände der Wildschweine trotz stark intensivierter Bejagung zu. Der Rehbestand bleibt seit Jahrzehnten auf sehr hohem Niveau „stabil“ oder steigt weiter an, während die Bekämpfung der Füchse, Marder und anderer sogenannter Raubtiere, wie auch die Krähenbejagung, dem Niederwild offensichtlich nichts gebracht haben. Den Hasen und Fasanen kommen allenfalls trockenwarme (Früh-)Sommer zugute. Die Städte, insbesondere die Großstädte, werden indessen immer mehr zu Rettungsinseln für die Wildtiere aller Größenordnungen, ohne dass die festgestellten oder vermeintlichen Schäden groß angelegte Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich machten. Berlin ist längst nicht nur „Hauptstadt der Nachtigallen“. In der Millionenmetropole geht es auch den „jagdbaren Wildtieren“ gut. Die Jagd müsste längst grundsätzlich auf den Prüfstand, denn die Jagdleidenschaft der Jäger darf nicht gleichgesetzt werden mit der Notwendigkeit zu regulieren. Bestandsregulierungen von Wildtieren missglückten ihr nahezu ausnahmslos. Mit dem „Kurzhalten“ der jagdlich unerwünschten Arten und der einseitigen Förderung der erwünschten, weil Trophäen liefernden Wildtiere hält die Jagd unsere Tierwelt sehr naturfern. Chancen, dies zu ändern, haben die Menschen der Großstädte. Sie zeigen, dass man mit Wildtieren sehr wohl zusammenleben kann. Das Wirken der Großstädter sollte „aufs Land“ hinaus gerichtet werden. Denn weniger Jagd würde die Tiere vertrauter machen und Wildunfälle stark vermindern.

Kurzbiographie: Der Vortragende, der Münchner em. Professor Dr. rer. nat. Josef H. Reichholf, lehrte drei Jahrzehnte lang „Naturschutz“ an der Technischen Universität München. Er war im nationalen und internationalen Naturschutz tätig und gilt als einer der profiliertesten deutschen Biologen. Vielfach ausgezeichnet, wurden seine Sachbücher in 17 Sprachen übersetzt, darunter auch Japanisch, Chinesisch und Arabisch. Für den Tierschutz engagiert er sich mit sachlich-wissenschaftlichen Begründungen ebenso, wie mit tiefer Empathie. Seinen Büchern „Rabenschwarze Intelligenz“ (über die Krähenvögel) und „Der Hund und sein Mensch“ ist dies zu entnehmen.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Prof. Reichholf


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Organiser Landestierschutzbeauftragte von Berlin, SenJustVA

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